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Hinweise
Die folgenden Ausführungen mögen dem Geübten als überflüssig erscheinen;
sie sollen nur einzelne SMS/SMFP-spezifische Eigenheiten beleuchten.
Erfahrung in der Materie v.a. im Löten und Entlöten von Hand, können und sollen sie nicht
ersetzen!
Öffnen der Abdeckungen
..ist eigentlich klar, einfach Schrauben rausdrehen. Die Blechdeckel von MB1
(Motherboard 1: Baugruppen Y1 bis Y8) sind nach innen gewölbt und stehen
unter (mechanischer!) Spannung. Also mit Bedacht arbeiten, sonst schießt so
ein Schräubchen auf Nimmerwiedersehen davon und/oder man vermurkst das Gewinde!
Zum Verschließen der Deckel die Schrauben paarweise gegenüber oder
diagonal einsetzen.
Entnahme der Baugruppen
Die bunten Hebelchen zur Arretierung der Baugruppen sind altersbedingt spröde
und brechen leicht ab. Vorallem das erstmalige Herausziehen ist kritisch.
Wenns klemmt, mit einer Flachzange in der Mitte des Platinenrandes
nachhelfen. Man kann dann für zukünftige "Operationen" auch ein Zugloch an unkritischer
Stelle (Massefläche) anbringen.
Genauso ist auch Vorsicht beim Wiedereinsetzen geboten. Am besten man
drückt die Platine ohne Zuhilfenahme der Hebelchen so weit als möglich hinein
(mit den Daumen),
bevor man sie einrasten lässt. Dabei ist auf die richtige Position der
Hebelchen zu achten, um sie nicht abzubrechen.
Viele der Abschirmdeckel sind an der Außenseite mit Kontaktzungen
versehen. Beim Wiedereinsetzen sollte die offene Seite der Kontaktzungen nach
oben, d.h. vom vergoldeten Printstecker weg zeigen.
Entlöten
Die in meinen Augen einzig zulässige Art ist die Anwendung einer guten,
temperaturgeregelten Entlötstation bei 380..400°C. Durchkontaktierungen die
inmitten einer Kupfer-(Masse-)fläche liegen, müssen zuvor mit reichlich Zinn versehen werden um beim
eigentlichen Entlötvorgang einen ausreichenden Wärmeübergang zu erzielen.
Während des Saugvorganges durch vorsichtig kreisende Bewegungen
den Draht/Pin in Bewegung halten um ein Wiederfesthaften zu verhindern.
Bei zweipoligen Bauelementen mit den nicht in einer
Kupferfläche liegenden Anschlüssen beginnen.
Integrierte Schaltungen
Destruktive Entfernung durch vorsichtiges Abzwicken der einzelnen Beinchen direkt am Gehäuse
mit einem guten, spitzen Seitenschneider.
Muß ein IC ausgetauscht werden, empfiehlt es sich, gleich einen Sockel
(Kelchkontakte!) einzusetzen.
Bauelemente sollten ohne mechanische Spannungen verbaut werden. Dies gilt
ganz besonders für Elektrolytkondensatoren. Wenn das
Rastermaß nicht genau übereinstimmt, müssen die Anschlussdrähtchen zuerst
mit einer Spitzzange zurechtgebogen werden. Ansonsten droht vorzeitiger
Kapazitätsverlust durch Austrocknung!
Ein Tropfen Heißkleber sieht zwar nicht schön aus, aber
stabilisiert "fliegend" eingelötete Bauelemente... speziell
(Aluminium-)Elkos können in empfindlichen Schaltungen Mikrophonie verursachen!
Bauelementauswahl
Jeder Entlöt/Wiedereinlötvorgang bringt eine gedruckte Schaltung einen
Siebenmeilenstiefelschritt näher an ihren Untergang. Eine Verwendung von
Bauelementen unbestimmten Zustandes oder zweifelhafter Qualität aus der
Wühlkiste
ist Sparen am falschen Platz. Wenn man sich noch dazu den Zeitaufwand einer
neuerlichen Fehlersuche vor Augen hält, ist, was Bauelemente angeht, das Beste gerade gut
genug. Am Beispiel Elektrolytkondensatoren:
105°C-Langlebensdauertypen mit niedrigem ESR und großer Spannungsreserve.
Und - geben wir es zu - wir lieben doch diese alten
R&S-Kisten...
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Last update: 2004-03-13, Gottfried Ira
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